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USA-Taiwan: ein neues strategisches Abkommen über Halbleiter

​​​​​​​​​veröffentlicht am 11. März 2026 | Lesedauer ca. 3 Minuten
Das im Januar 2026 unterzeichnete Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Taiwan im Halbleiterbereich stellt einen Meilenstein in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern dar. Zwischen Industrieinvestitionen, technologischer Sicherheit und neuen geopolitischen Dynamiken gestaltet das Abkommen das Gleichgewicht einer der strategisch wichtigsten Lieferketten der Weltwirtschaft neu.

Heute sind Halbleiter nicht mehr nur einfache Industriekomponenten: Sie sind zu einem kritischen Knotenpunkt für die wirtschaftliche Sicherheit und strategische Autonomie der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt geworden. In einem von geopolitischer Instabilität und fragilen Lieferketten geprägten Umfeld stellt das Abkommen zwischen den USA und Taiwan eine gemeinsame Antwort dar, um die Produktions- und Technologiekapazitäten auf transpazifischer Ebene zu stärken.

Kernstück der Vereinbarung ist die Verpflichtung der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) – dem weltweit größten Auftragsfertiger von Chips – und anderer taiwanesischer Unternehmen, in den nächsten Jahren bis zu 250 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten zu investieren. Die Mittel werden für den Bau von hochmodernen Produktionsanlagen, Forschungszentren, Infrastrukturen im Bereich der künstlichen Intelligenz und hochspezialisierten Industriezentren verwendet.

Im Gegenzug bieten die Vereinigten Staaten Taiwan Präferenzzölle auf eine breite Palette von Technologiegütern sowie gezielte Steueranreize für Unternehmen, die sich für eine Ansiedlung auf amerikanischem Boden entscheiden. All dies ist Teil der umfassenderen Industriestrategie Washingtons, die mit dem CHIPS and Science Act ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, Kompetenzen und Produktionskapazitäten im Bereich der Mikrochips in die Vereinigten Staaten zurückzuholen.

Die Vereinbarung spiegelt einen mittlerweile weit verbreiteten Trend in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wider: die Diversifizierung der Produktionsstandorte, um die Abhängigkeit von wenigen lokalen Zentren zu verringern. Nach Jahren einer starken Konzentration der Produktion in Ostasien haben die Pandemie und die Handelsspannungen die Anfälligkeit zu stark zentralisierter Lieferketten aufgezeigt.

Das Ziel besteht nun darin, eine breitere, flexiblere und widerstandsfähigere Wertschöpfungskette aufzubauen, die plötzlichen Schocks standhalten kann. Das Abkommen zwischen den USA und Taiwan ist in diesem Zusammenhang zu sehen: als strategische Entscheidung, um langfristig eine stabile und sichere Versorgung zu gewährleisten.

Für Taiwan beginnt eine neue Phase. Das Abkommen bietet eine Chance für industrielle Expansion und eine Stärkung der Beziehungen zu Washington. Es stellt aber auch eine Herausforderung dar: Taiwan muss seine technologische Führungsposition behaupten und verhindern, dass die fortschreitende Internationalisierung die strategische Bedeutung der nationalen Produktion mindert. Die taiwanesischen Behörden haben klargestellt, dass die fortschrittlichsten Technologien – insbesondere diejenigen im Zusammenhang mit Knoten unter 3 Nanometern – zum Schutz des eigenen Wettbewerbsvorteils auf der Insel verbleiben werden.

Auf internationaler Ebene hat China entschlossen reagiert und die Vereinbarung als eine Form der Einmischung und als Risiko für die regionale Stabilität bezeichnet. Die geopolitischen Spannungen bleiben also im Hintergrund, was Beobachter und Analysten jedoch nicht daran gehindert hat, die Vereinbarung positiv aufzunehmen, die als Modell für technologische Zusammenarbeit in einer zunehmend fragmentierten Welt angesehen wird.

Für Unternehmen hat dies zahlreiche Auswirkungen: stärker verteilte Produktionsketten, transnationale Anreize und die Möglichkeit des Zugangs zu neuen gemeinsamen Industrieplattformen. In einer globalen Wirtschaft, in der Innovation auf immer kleiner werdenden Schaltkreisen basiert, ist das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Taiwan ein konkreter Schritt hin zu einem neuen Gleichgewicht zwischen industrieller Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Sicherheit.

Schlussfolger​ungen

Das Abkommen zwischen den USA und Taiwan über Halbleiter bedeutet für Unternehmen eine zunehmende Belastung durch komplexe Vorschriften, insbesondere die US-amerikanischen Vorschriften in den Bereichen Exportkontrolle, Technologiesicherheit und Schutz des geistigen Eigentums. Die zunehmende Verlagerung der Produktion erfordert außerdem solidere internationale Verträge, insbesondere in Bezug auf die Kontinuität der Lieferungen, das Management geopolitischer Risiken und den Schutz von Betriebsgeheimnissen.

Das Abkommen könnte regulatorische Reaktionen seitens Chinas hervorrufen, mit möglichen Auswirkungen auf den Export und den Zugang zu asiatischen Märkten, was eine vorbeugende Due Diligence hinsichtlich der geopolitischen Szenarien und der in den verschiedenen Ländern verfügbaren Anreize erforderlich macht. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Unternehmen in einem stärker regulierten und geopolitisch sensiblen Umfeld agieren müssen und neue industrielle Chancen mit einer verstärkten rechtlichen Absicherung in Einklang bringen müssen.​

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